Zum Inhalt springen
RSROGGESELECT
Zurück zum Ratgeber

Website-Erstellung

Kanzlei-Website erstellen lassen: Ablauf, Kosten und typische Fehler

Lesedauer: 8 Minuten

Eine Kanzlei-Website erstellen zu lassen klingt nach einem technischen Vorgang. Tatsächlich ist es vor allem eine strategische Entscheidung — über Positionierung, Ansprache, Struktur und die Frage, was die Website für Ihre Kanzlei leisten soll.

Wer das Projekt nur als Design- oder Technikaufgabe betrachtet, riskiert eine Website, die ordentlich aussieht, aber keine qualifizierten Anfragen bringt.

Typischer Ablauf: Was Sie erwartet

Der Ablauf variiert je nach Anbieter, aber typische Phasen sind:

  1. Erstgespräch und Briefing: Was soll die Website leisten? Für wen? In welchem Fachgebiet? Was unterscheidet Sie von anderen?
  2. Positionierung und Konzept: Auf Basis des Briefings wird die Struktur und inhaltliche Ausrichtung entwickelt.
  3. Texterstellung: Entweder durch Sie selbst, durch den Anbieter oder in gemeinsamer Abstimmung.
  4. Gestaltung: Das visuelle Konzept auf Basis der Inhalte — nicht umgekehrt.
  5. Umsetzung und Testing: Technischer Aufbau, mobile Optimierung, Browserkompatibilität.
  6. Freigabe und Launch: Finales Feedback, Anpassungen, Veröffentlichung.

Ein realistischer Zeitrahmen für ein fokussiertes Projekt liegt bei 2 bis 6 Wochen, abhängig davon, wie schnell Inhalte und Feedback geliefert werden.

Kosten: Was realistisch ist

Die Preisspanne für Kanzlei-Websites ist groß. Es gibt Angebote für wenige hundert Euro — mit entsprechendem Ergebnis. Für ein professionelles Ergebnis mit Positionierungsarbeit, Texten, Gestaltung und Umsetzung sind realistische Investitionen im mittleren vierstelligen Bereich anzusetzen.

Wichtig: Der günstigste Anbieter ist selten die beste Wahl. Ein billiges Template ohne Positionierung kann mehr Schaden anrichten als gar keine Website — wenn Besucher das Vertrauen verlieren, das eine Empfehlung aufgebaut hat.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

  • Positionierungsarbeit: Wie klar wird erarbeitet, wofür Sie stehen?
  • Texterstellung: Schreibt der Anbieter die Texte, oder liefern Sie sie selbst?
  • Design: Template oder individuell entwickelt?
  • Technische Umsetzung: Einfaches System oder komplexe Lösung?
  • Support und Pflege nach Launch: Was ist inbegriffen?

Fehler 1: Zuerst Design, dann Positionierung

Ein häufiger Fehler: Man startet mit dem Design, ohne vorher geklärt zu haben, was die Website kommunizieren soll. Das führt zu einer optisch ansprechenden Seite mit inhaltlichen Lücken — weil die wichtigsten Fragen nicht im Vorfeld beantwortet wurden.

Positionierung, Fachschwerpunkte, Ansprache und Kontaktführung sollten vor dem ersten Design-Entwurf feststehen. Das Ergebnis ist dann konsistenter und wirksamer.

Fehler 2: Texte selbst schreiben ohne Vorbereitung

Texte sind der wichtigste Teil einer Kanzlei-Website — wichtiger als das Design. Trotzdem werden sie in vielen Projekten am Ende, unter Zeitdruck und ohne klare Struktur geschrieben.

Gute Website-Texte für Kanzleien brauchen: eine klare Positionierung im Vorfeld, Verständnis für die Sprache der Mandantschaft (nicht Juristensprache), und eine Struktur, die den Besucher führt — nicht eine, die Vollständigkeit anstrebt.

Fehler 3: Den falschen Anbieter wählen

Nicht jede Webdesign-Agentur hat Erfahrung mit Kanzlei-Websites. Wer nicht weiß, worauf es bei der Ansprache von Mandanten ankommt, wird eine Website bauen, die vielleicht technisch korrekt ist, aber inhaltlich nicht überzeugt.

Fragen Sie bei der Auswahl konkret: Wie gehen Sie mit der Positionierung um? Wer schreibt die Texte? Welche Projekte können Sie zeigen, die funktioniert haben?

Typischer Fehler

Ein Einzelanwalt beauftragt eine Agentur mit einer neuen Website. Das Ergebnis sieht modern aus — aber die Texte sind allgemein, die Fachschwerpunkte unklar formuliert und das Kontaktformular schwer zu finden. Die Website generiert keine Anfragen, obwohl sie optisch besser ist als vorher. Das Problem: Der Prozess war auf Design fokussiert, nicht auf Wirkung.

Meine Einschätzung

Eine Kanzlei-Website erstellen zu lassen lohnt sich dann, wenn der Prozess mit der Frage beginnt: Was soll diese Website bei einem Besucher auslösen? Nicht: Wie soll sie aussehen? Wenn Positionierung, Texte und Kontaktführung von Anfang an mitgedacht werden, entsteht ein Ergebnis, das mehr ist als eine digitale Visitenkarte.

Checkliste: Vor dem Start

  • Ist klar, für wen die Website gemacht wird und was sie bei diesem Besucher auslösen soll?
  • Sind Fachschwerpunkte und Positionierung vor dem Start formuliert?
  • Ist geregelt, wer die Texte schreibt — und mit welcher Unterstützung?
  • Haben Sie den Anbieter nach konkreten Kanzlei-Projekten gefragt?
  • Ist ein realistisches Budget eingeplant, das Positionierung, Text und Design abdeckt?
  • Ist besprochen, was nach Launch an Pflege und Support enthalten ist?

Wenn Sie Ihre aktuelle Website oder Ausgangslage prüfen lassen möchten, bevor Sie ein Projekt starten, kann der kostenlose Kanzlei-Website-Check ein hilfreicher erster Schritt sein.

Weitere Artikel: Was macht eine gute Website für Anwälte aus? · Kanzlei-Website optimieren: Die wichtigsten Hebel

Kostenloser Website-Check

Möchten Sie wissen, ob Ihre Kanzlei-Website Vertrauen aufbaut oder Anfragen verhindert?

Nutzen Sie den kostenlosen Kanzlei-Website-Check und erhalten Sie eine erste Einschätzung zu Wirkung, Positionierung und Kontaktführung Ihrer Website.